Schlingensiefs Container: Politische Kunst im Neuneinhalb Bayreuth


Datum und Uhrzeit
Künstler
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Wenn politische Kunst zur öffentlichen Versuchsanordnung wird
Am Sonntag, dem 1. November 2026, zeigt das Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb in Bayreuth den Dokumentarfilm Ausländer raus! Schlingensiefs Container. Die kostenlose Veranstaltung führt zurück ins Wien des Jahres 2000, wo Christoph Schlingensief eine radikale Kunstaktion zwischen Theater, Medienkritik und gesellschaftlicher Intervention inszenierte.
Eine Bühne mitten im Alltag
Im Zentrum Wiens verwandelte Schlingensief einen Wohncontainer in ein verstörendes Bühnenbild: Zwölf Asylsuchende wurden im Stil einer Reality-TV-Show öffentlich beobachtet, während das Publikum über ihre mögliche Abschiebung abstimmen konnte. Die Aktion spiegelte die Mechanismen von Big Brother, Fremdenfeindlichkeit und politischer Manipulation in einer einzigen, kaum ausweichbaren Situation.
Dokumentarfilm als Nachhall einer Grenzüberschreitung
Paul Poets Dokumentarfilm aus dem Jahr 2002 rekonstruiert diese Kunstaktion und macht sichtbar, wie eng Inszenierung und Realität ineinandergreifen. Interviews, Originalaufnahmen und Beobachtungen aus dem öffentlichen Raum zeichnen ein Bild von Schlingensiefs Regie als politischer Bühnenkunst: provokant, medienbewusst und konsequent auf die Reaktion des Publikums zugespitzt.
Dramaturgie zwischen Satire und Schock
Die dramaturgische Kraft des Projekts entsteht aus seinem radikalen Perspektivwechsel. Was zunächst wie ein Fernsehformat erscheint, legt die sozialen und politischen Konsequenzen populistischer Parolen offen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden nicht zu distanzierten Beobachtern, sondern zu Mitspielern einer Intervention, die Unterhaltung, Macht und Ausgrenzung miteinander konfrontiert.
Ein Film von anhaltender Aktualität
Die Dokumentation verbindet Film, Theater, Installation und politische Aktionskunst. Ihre Bilder wirken wie ein grelles Scheinwerferlicht auf die Frage, wie Gesellschaften mit Fremdenfeindlichkeit umgehen und welche Verantwortung ein Publikum übernimmt, wenn es über andere Menschen urteilen soll. Schlingensiefs Arbeit bleibt dabei bewusst unbequem und fordert eine aktive Publikumsreaktion.
Fazit: Politisches Bühnenerlebnis im Kinoraum
Das Doku-Screening im Neuneinhalb verspricht kein bequemes Zurücklehnen, sondern ein intensives Bühnenerlebnis im Kopf: eine Theateratmosphäre aus Archivbildern, medialer Zuspitzung und politischer Reibung. Wer die Verbindung von Schauspielkunst, Dokumentarfilm, Regie und gesellschaftlicher Debatte erleben möchte, findet hier einen eindringlichen Abend über die Macht der Inszenierung.
Offizielle Kanäle von Christoph Schlingensief:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: kein offizielles Profil gefunden










